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ÜBERGEWICHT, UNWICHTIG: UNFORM

EIN EUROPÄISCHES ABENDMAHL VON WERNER SCHWAB • IN DER THEATERBAR

Wie so oft, es hocken in einer Wirtschaft immer dieselben Gestalten. Passieren tut nicht viel im Leben derer, die da immer sitzen, deswegen prahlen sie vor sich hin, haben nicht immer politisch korrekte Meinungen und philosophieren gemeinsam mit der Wirtin über das Leben. 

Sofern sie dazu überhaupt in der Lage sind, irgendwie wurden sie vom Leben abgehängt. Die Einsamkeit in Gesellschaft eint die Kneipenfiguren mit den sprechenden Namen Jürgen, Herta, Schweindi und Co.

Doch, was ist das? Neue Gäste in der Kneipe! Wie schön und aufreizend die sind! Und wie „göttlich idiotisch“ das Stammpublikum doch ist! Die Situation kann nur eskalieren …

Der 1994 früh verstorbene Grazer Autor Werner Schwab war in den 90er-Jahren der Shootingstar der Theaterszene. Er wurde mit seinen „Fäkaliendramen“ bekannt, Sprachkunstwerke mit expliziter Künstlichkeit, die Mechanismen des Alltags entlarven und den gesellschaftlichen Finger in die Wunde legen. 

"Das ist schlicht und einfach nur eine Wirtshaussituation, sonst gar nix. Nachdem ich viel im Wirtshaus bin, hab ich ein Wirtshausstück geschrieben, unter anderem. Es ist ein Draufschauen auf eine Wirtshaussituation. Und die hab ich halt irgendwie explodieren lassen, weil sonst ist Stückeschreiben ja eh uninteressant."
Werner Schwab im Interview mit Wolfgang Kralicek, 1990